Referenzen

Landesverkehrs-
modell
Baden-Württemberg

Ausgangssituation

Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg hat das Konsortium PTV Transport Consult GmbH, PTV GmbH und SSP Consult GmbH mit der Erstellung eines multimodalen makroskopischen Verkehrsmodells für Baden-Württemberg beauftragt. Vom Ministerium wurde außer-dem eine wissenschaftliche Begleitung und externe Qualitätssicherung (ISV, Universität Stuttgart) vorgesehen.

Aufgabenstellung

Auf der Basis der Modellrechnungen, die Mobilitätswerkzeugwahl, Ak-tivitätenwahl, Zielwahl, Moduswahl und Routenwahl umfassen, wur-den ein kalibrierter Analysezustand 2019 (vor Corona) und eine Ver-kehrsprognose mit dem primären Prognosezieljahr 2030 bzw. 2040 sowie weitere Szenarien, z.B. ein Verkehrswendeszenario für das Jahr 2030, erarbeitet.

Vorgehensweise

Die Vorgehensweise umfasst zunächst die Definition des Untersuchungsraums einschließlich der Verkehrsbezirke, des Umlands und des erweiterten Umlands sowie die Prüfung der Zellzuschnitte. Darauf auf-bauend werden Strukturdaten recherchiert, übernommen und aufgeteilt. Die externen Verkehre wurden zum einen aus der bestehenden Bundesprognose fortgeschrieben. Zum anderen erfolgte eine umfassende Erhebung der grenzüberschreitenden Verkehre inklusive Befragung zwischen Deutschland und Frankreich. Anschließend erfolgt die Erstellung des Verkehrsangebotsmodells unter Einbindung der baden-württembergischen Straßendatenbank, von OSM-Daten für den Individualverkehr und GTFS-Daten für den öffentlichen Verkehr. Die Netze für Individualverkehr und Radverkehr werden aufbereitet und vereinfacht, sowohl Bahn- als auch Busverbindungen werden geroutet. Zudem werden Umland und LVM-BW verknüpft, das Netzmodell attribuiert und um Anbindungen erweitert.

Im nächsten Schritt wird ein neues Verkehrsnachfragemodell mit entsprechender Segmentierung aufgebaut. die Berechnung der Mobilitätswerkzeugwahl, der Verkehrserzeugung der Ziel- und Moduswahlmodells einschließlich Pkw-Mitfahrer, Park+Ride und On-Demand-Angeboten und der Routenwahl für Kfz-, Rad und Öffentlichen Verkehr umfasst. Gleichgewichts- und Konvergenzprüfungen werden implementiert sowie eine umfassende Kalibrierung des Modells inklusive Realitäts- und Sensitivitätstests durchgeführt.

Darüber hinaus entsteht ein Wirtschaftsverkehrsmodell auf Basis von Güterstromdaten mit einer Aufteilung der Fahrten auf Lkw-Größenklassen sowie ein Pkw-Wirtschaftsverkehrsmodell.

Abschließend erfolgt der Aufbau der Verkehrsprognose unter Berücksichtigung von Strukturdaten, Netzänderungen und QZ-Daten. Darauf basierend werden Prognosenachfrage und -umlegung berechnet und u.a. ein Verkehrswendeszenario entwickelt. Die gesamte Bearbeitung wird durch eine interne Qualitätssicherung begleitet und durch eine kontinuierliche Projektkoordination gesteuert.

Ergebnisse

Die Erarbeitung des Modells wurde Ende 2025 sehr weitgehend abgeschlossen. Aktuell wird zusätzlich ein Prognosezustand 2040 aufgebaut. Die PTV begleitet das Ministerium außerdem fachlich weiterhin. Das Landesverkehrsmodell Baden-Württemberg bietet eine landesweit konsistente Datenbasis für Verkehrsplanung, Emissionsberechnung und die Bewertung von Infrastrukturplanungen für Straße, Schiene, ÖPNV und Radverkehr. Das Modell kann neue Verkehrs- und Mobilitätsangebote simulieren und soll die operativen und strategischen Planungen im Verkehrsbereich im Land unterstützen und liefert nachvollziehbare Entscheidungsgrundlagen für Politik und Verwaltung.